Wir wollen mit unserer Arbeit mit den Menschen, die uns anvertraut sind oder die uns vertrauen, Nähe erzeugen und zulassen. Um einen vertrauensvollen Umgang miteinander zu gewährleisten, gilt es aber auch die nötige (professionelle) Distanz zu wahren. Damit schützen wir uns selbst und die anvertrauten Menschen.
Als Mitarbeitende, egal ob hauptamtlich, nebenamtlich oder ehrenamtlich tragen wir die Verantwortung, diese Nähe in der nötigen Distanz zu gestalten, die eine professionelle Arbeit erfordert. Um Beziehungen für alle Beteiligten angemessen zu gestalten und zu reflektieren, gilt dieser
Verhaltenskodex. Die Arbeit in unserer Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde lebt durch Beziehungen mit Gott und der Beziehung von Menschen untereinander. Unsere Arbeit mit allen Menschen, insbesondere mit Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen soll von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen getragen sein.
Diese Haltung findet Ausdruck im folgendem Verhaltenskodex:
- Ich trage dazu bei, ein sicheres, förderliches und ermutigendes Umfeld für mir anvertraute Menschen, insbesondere Kinder und Jugendlichen und Schutzbefohlenen, zu schaffen, und/oder zu erhalten. Diese Haltung pflege ich und bin bereit, sie auch im Umgang mit Kolleg*innen, mir zugeordneten Mitarbeitenden und Vorgesetzten einzuüben.
- Ich trage dazu bei, alles zu tun, damit durch meine Tätigkeit keine sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung und andere Formen der Gewalt möglich werden.
- Ich bemühe mich, die individuellen Grenzempfindungen der Menschen um mich herum wahrzunehmen und diese zu respektieren. Ich fordere auf bzw. ermuntere immer wieder eine Rückmeldung zu meinem Verhalten zu Nähe und Distanz zu bekommen.
- In meiner Arbeit wende ich das Prinzip einer „Voice-, Choice- und Exitoption“ an und ermuntere Teilnehmer und andere Mitarbeiter davon Gebrauch zu machen.
- Ich bin mir meiner besonderen Verantwortung und meiner Rolle als Mitarbeiter*in bewusst, deshalb gestalte ich einen verantwortungsvollen Umgang in Bezug auf Nähe und Distanz und missbrauche meine Rolle nicht.
- Ich beachte das Abstands- und Abstinenzgebot1 und nutze meine Funktion nicht als Vehikel für sexuelle Kontakte zu mir anvertrauten Menschen.
- Meine Kommunikation ist respektvoll und wertschätzend, sowohl im direkten Gespräch als auch in der Kommunikation im digitalen Raum.
- Weil ich jedes unangemessene Verhalten anderen gegenüber vermeiden will, bin ansprechbar, wenn anderen an meinem Verhalten etwas Unangemessenes auffällt.
- Wenn ich eine Grenzüberschreitung bei meiner Tätigkeit bemerke oder von ihr erfahre, schaue ich nicht weg, sondern wende ich mich an die Ansprechpersonen oder an Fachberatungsstellen und lasse mich beraten.
- Ich werde entsprechend dem Interventionsplan meines Trägers vorgehen, wenn ich sexuelle Übergriffe oder strafrechtlich relevante sexualisierte Gewalt wahrnehme.